Sprache auswählen

F-1061, inventar 1, dosar 2, 103 - de

Scan eines Briefes aus Transnistrien in die Bukowina, den Dr. Albert Twers mitgebracht hat

Moghilau, 14. Dezermber 1941
Sehr geehrte Frau Hpt [Hauptmann] Alpetri!
Sie werden sich wohl sehr wundern, das ich mich mit einer Bitte an Sie wende. Ich weiß aber auch, das Sie bestimmt meine Bitte erfüllen werden, weil sie der netteste Mensch sind. Ich habe schon einige Mal an meinen Cousin und dessen Frau (Rudolf Liwornik und Henriette) geschrieben, ohne irgend eine Antwort zu erhalten. Wie groß meine Not ist, könne Sie sich schon denken, wenn ich Sie belästigen muß, dass Sie so lieb sind meinem Cousin in meinem Hause aufzusuchen, wenn er noch dort ist, Stefan cel Mare 34, und ihm auszurichten, es würde sich ganz gewiß eine Gelegenheit ergeben, wie die, die Sie so lieb waren zu benützen, um einer Dame liebe Grüße herzuschicken, damit er mir hilft. Denn ich muß sonst mit meiner alten Cadisme hier verhungern. Man bekommt fast überhaupt keine Lebensmittel für Geld, geschweige denn, wenn man Pech hatte sind hier im Ort bestohlen wurde, alle Mäntel, Katum-Kleider, Bettzeug sind [weg] auch das Geld. Nicht einmal Kartoffel oder Maismehr bekommt man. Wenn es noch lange dauert, werde ich, was ich leider nicht zu Hause getan habe, mich vergiften müssen.
Speck, Fett, Butter, Wurst und Conserven sozusagen Lebensmittel, die haltbar sind, könnte er mir ja schicken, weil ich all dies, seit ich fort bin von zu Hause noch gar nicht gesehen habe. Ich würde mich auch nicht an meinen Cousin wenden, wenn ich ihn im Hause nicht alle Vorräte gelassen hätte, wie Mehl, Gemüse, etc.; Wenn ich dies alles hier hätte, wäre ich glücklich, müsste ich nicht hungern. Hier kostet ein Brod 3 – 400 Lei woher soll ich das nehmen
Wie geht es Ihnen? Wo ist Ihr Herr Gemahl? Ist der Sohn in Bucarest? Schade, daß ich nicht dort sein kann, um Ihnen die Creme zu machen, vielleicht habe ich Glück und werde noch lebend nach Hause kommen um mich zu revanchieren. Vielleicht haben Sie Gelegenheit meine Schwester Kaka Schaffer, Cernauti, Str. Mutercanul 4 zu verständigen, daß ich hier bin. Herzliche Grüße und tausend Dank für Ihre Güte

Fanny Likwornik
Moghliau
Fabrica de armatutra – Internat Zimmer Nr. 1

Scan eines Briefes aus Transnistrien in die Bukowina, den Dr. Albert Twers mitgebracht hat

Fabrica de armatutra
Internat Zimmer Nr. 1

<ß>Frau
Hpt [Hauptmann]
Alpetri

 

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.