Austria Judaica

Das vom Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanzierte Projekt „Austria Judaica“ (1998-2004) untersuchte die Geschichte der Juden in den österreichischen Ländern zwischen 1520 und der Vertreibung aller Juden aus Wien und Niederösterreich 1670/71. Ziel des Projekts war es, auf breiter Quellengrundlage alle Aspekte jüdischer Existenz im frühneuzeitlichen Österreich zu erforschen, wobei sowohl die innerjüdischen Entwicklungen als auch die Beziehungen zwischen Juden und ihrer christlichen Umwelt untersucht wurden.

Geographisch konzentrierte sich das Projekt besonders auf die jüdische Gemeinde Wiens sowie auf die niederösterreichischen Landjuden, die bis dahin von der Forschung nahezu völlig unbeachtet geblieben waren. Neben der Austria Judaica bestand von 1998–2003 das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur finanzierte Kooperationsprojekt „Bohemia, Moravia et Silesia Judaica“, welches die Erforschung der Beziehungsgeschichte der österreichischen und böhmisch-mährischen Juden zum Ziel hatte. Im Rahmen des Partnerprojekts „Hungaria et Slovakia Judaica“, finanziert durch den Hochschuljubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank, konnten in den Jahren 2000-2002 auch ungarische Bestände gesammelt werden.

Aufgrund finanzieller wie personeller Gegebenheiten wurde mit 2004 die Quellensichtung und -sammlung eingestellt, danach war es den ehemaligen MitarbeiterInnen noch möglich, zu den genannten Fragestellungen zu publizieren. Zahlreiche gesammelte Quellen waren die Grundlage dieser Publikationen, inhaltlich wesentliche Stücke konnten ediert werden, doch existiert derzeit keine Möglichkeit, die gesamte Quellensammlung der Wissenschaftscommunity geschlossen zur Verfügung zu stellen und damit die Fülle an vorhandenen Informationen mit den im Bereich jüdische Geschichte der Frühen Neuzeit Forschenden zu teilen.

Die umfangreichen Bestände ungedruckter Quellen aus zahlreichen Archiven wurden zum Teil in eine Quellen- und Personendatenbank eingearbeitet. Diese wurde nun in ein neues System überstellt, die noch fehlenden Bestände werden nun laufend eingegeben, die derzeit schon vorhandenen Datensätze überprüft und ergänzt. Bei Verwendung der vorliegenden Datenbank ist zu beachten, dass es ein noch in Veränderung befindliches "System in progress" ist.