Sehr geehtre Frau Professor Prosser!
Sehr geehrter Herr Professor Prosser!
Hier im Elend danke ich an alle meine guten Freunde und Bekannte und so auch an Ihnen meine sehr liebe Menschen. Ich bin in Moghilau Trannistria und werde längere Zeit hier verbleiben. – Wir wohnen 22 Personen in einem Raum, an Allem fehlt es, Seife Soda, Patrol, Holz u.[nd] Essen. Vielleicht wird´s doch nicht lange dauern. Wir sind verzweifelte Menschen und möchten am liebsten sterben. Meine sehr liebe Bekanten! Solltet Ihr zufällig Gelegenheit haben durch einen deutschen Soldaten oder durch andere nur sichere Hand mir ein kleines Pakett zu schicken u.[nd] zw.[ar] Rasierklingen u. Messer (alles aus der schwarzen
Dul Schachtel, wären wir sehr dankbar darüber – Geld ersetzt und nicht all die Ware, wen wir sie hier hätten; wir könnten tauschen mit Brot und Mehl. Ich wendete mich auch an ander gute Freunde u. hoffe daß Alle Gelegenheit haben werden mir etwas zu schicken. – Rudich, Bierbrauerei schickte schon an Fam. Margosches u. Sorda; von dort aus kann man immer schicken zu übergeben einer in Moghilau an Käthe Abraham (sie wohnt zusammen mit Margosches) für Kreisberger. Die Bezahlung des Couriers müsste dort geregelt werden, mit Rasierklingen am besten. Wir haben leider kein Geld, es einer zu bezahlen Ich wünsche Euch Alles Gute und uns Allen ein baldigen
Frieden. Wie geht’s es Euch jetzt liebe Freunde? Schreibet uns bitte, vielleicht hilf uns auch Euer Trost. Unsere Adresse ist K. Kreisberger, Moghilau Transnistria Post-Restante Ich werde dan auch per Post antworten. Mein Mann ist nicht zu Hause; in seinem Namen die wärmsten Grüße an Euch Frau Kreisberger
Prosser
Radautz