Moghilou, 21/XI. 1941.
Meine Liebsten!
Habe Euch schon Nachricht geschickt, bin neugierig ob Ihr erhalten habet. Habe jetzt Gelegenheit Euch ein Lebenszeichen zu schicken. Wir befinden uns in Maghiloa. Der l. Fritz als Streckenarbeiter, somit haben wir Autorisation bekommen hier zu bleiben. Wir wohnen vis-a-vis der Bahnstation in einem Zimmer mit Familie Meer und zusammen mit der Tante Ernestine und Kinder. Wir sind glücklich unter Dach zu sein. Nur besitzen wir keine Mittel zu leben. Wir befinden uns in großer Not nicht zum herausschreiben. Wir bitten Euch alles mögliche zu machen und nur Geld zu schicken, sonst gehen wir zugrunde. An unser Los sind unsere Liebsten allein schuld. Wir sind sehr leicht angekommen, so daß wir ohne
Bitte den Max den Brief zu übergebe[...]
Ing. Schana Geller
Str. Titu Majorescu
(Mikulics.) 15.
Schuhe und Kleidung geblieben sind. Ich bitte Euch mit dem Überbringer dieser Zeilen uns Geld zu schicken. Bitte die Frau Doktor Pitsinger zu ersuchen mir etwas Geld zu schicken, da wir in großer Verzweiflung sind. Mit Klaras Schwester komme ich zusammen. Bitte, Ihr könnet auch mit dem Überbringer uns paar Zeilen schicken. Was macht der l. Papa und alle alle? Ich sehne mich nach Hause und um Euch. Der l. Fritz ist für paar Tage verreist. Empfanget von uns die herzlichsten Grüsse und Küsse Ruty.
Lieber Onkel Manin!
Nachdem jetzt Freitag Abend ist, so betraut mich die Tante Ernstine mit dieser Mission Dir zu schreiben und Dich zu ersuchen Du sollst Ihr vorläufig 10.000 Lei schicken da sie sich in sehr kritischer Situation befindet. Wir sind alle gesund, nur zur Gesundheit mangelt. Viele Küsse von Tato, Mitzi, Klara, Jittale und uns, Ruthy und Fritz