Moghilev, 8. XII 941.
Sehr geehrtes Fräulein,
Ich bitte Sie noch einmal s[ehr], uns zu helfen, denn die Situation, in welcher wir uns befinden, können wir nicht länger ertragen. Bis jetzt habe ich fast alles von dem Wenigen, was ich hatte, verkauft, damit wir davon leben können. Wir bitten Sie, uns Geld, Lebensmittel, Medikamente, Handschuhe, Pollis Stiefel, Stiefeletten für Mutter, sowie Tee, Kaffee, Reis, Zucker, Marmelade, soviel wie Sie können, zu schicken. Natürlich habe ich keine Zeit mehr zu schreiben, denn der Herr bricht auf. Vielen, vielen Dank.
Hugo Rudich
Sprechen Sie bitte auch mit Herrn Dunciuc, damit er uns, womit er kann, hilft, sonst sind wir verloren. Vater ist nicht wiederzuerkennen, Mutter ist auch sehr krank. Bitte helfen Sie uns, sobald als möglich.
Hugo
Fr. Aurora Sârbu
Lehrerin
str. Episcopiei Ecke Tudor Vladimirescu
Rădăuţi
Durch Herrn Stein, Spiritusfabrik
Jacob Rudich
Pensionist
Moghilev