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F-1061, inventar 1, dosar 2, 47 - de

Scan eines Briefes aus Transnistrien in die Bukowina, den Dr. Albert Twers mitgebracht hat

übergebet beiliegendes Brieferl. – David hat mich drum ersucht. –

14/XII 1941
Meine Teueren!
Schon 4 mal haben wir an Euch geschrieben, seitdem wir wissen, daß Ihr zu hause seid u. wundert es uns sehr, daß wir noch nichts von Euch haben. – Habet Ihr unsere Schreiben bekomen? Wir sind seit 2 Monaten hier in Moghilau. – Ich arbeite beim Brückenbau u. bekome dafür 1 kg Brot täglich um 3 Rubel. – Dieses Brot reicht nicht einmal für die Kinder. – Wir hungern alle u. sind deshalb sehr sehr herabgekomen, entkräftet u. wir fürchten, daß wir die nächsten paar Wochen nicht überleben werden. – Geld haben wir doch auch früher nicht gehabt, aber das Wenige das wir hatten ist schon längst weg. – Sachen sind hier beinahe schon ausverkauft. – Die teuersten Sachen sind uns mit der Überfahrt abhanden gekommen. – Ich bin mit einem Anzug geblieben. – Zipora trägt die Strümpfe der Kinder, . Was soll ich Euch alle Details herausschreiben. – Ich darf nicht so lange Briefe schreiben. – Ich schreibe kurz: wir sind in sehr grosser Not u. wenn nicht rasche Hilfe komt, so sind wir verloren. – Man bekommt hier auch für teueres Geld keine Lebensmittel, nur gegen Tausch. – Seife, Zwirn, Hefe, Pottasche etc. – Wenn Ihr die Möglichkeit habet, so schicket uns 10 kg Pottasche (Speisesoda) die uns über Wasser halten kann. Ihr investiert blo 200-300 Lei u. wenn wir diese Pottasche bekomen, so können wir sie gegen Lebensmittel leicht tauschen. – Somit ist Pottasche sehr gut an uns zu schicken. Wie geht es Euch? Was machen Euere Kinder? Könnet Ihr etwas verdienen? Habet Ihr die Verbindung mit meiner u. Eurer Familie? Leben noch alle? Wo ist Simon u. Chaja? Die Brüder Fuchs interesssieren sich sehr u. möchten Chaja wenn sie in Transnistria ist gerne zu sich nehmen. – Schreibet uns ausführlich u. schicket uns etwas, damit wir uns u. unsere Kinder am Leben erhalten könen, aber schicket rasch. – Ich muß schliesen, da ich so viel nicht schreiben darf. – Seid alle herzlichst geküßt von Eurem Euch Gesundheit u. viel Glück wünschenden Hersch

Meine Adresse: H. Ellenbogen [...] Podulum Moghilau – Atachi
Moghilau – Poste vistante Transnistria

 

 

Scan eines Briefes aus Transnistrien in die Bukowina, den Dr. Albert Twers mitgebracht hat

Meine Teuern, Latika, Natan u Kindchen!
Ich habe eure Karte ½ Dr. Schimmel erhalten. Ich danke euch sehr. Wir sind seit 2 Monaten in Moghilau. Die Not hat den Höchstpunkt erreicht. Gehet zu Dr. Würher und Fam. Weler. Der Überbringer dss. ist ein Verwandter (Machiten) von Schindels Schwägerin Rosental. Bitte Euch sehr, wendet alles an u. schicket uns Butter, Seife, Potasch Kinderchen, schicket uns das Leben zu erhalten. Die Kinder schmachte und wir haben keine Kraft mehr. Wir haben auch 2-3 mal an euch geschrieben u scheinbar habet ihr unsere Post nicht erhalten. Wo ist Schmule u Chaja? Beide Brüder waren schlau er mir sie sehen? Telgraffiert wenn Ihr von denen wisset – her zu uns. Anfangs haben sie uns 500 Rubel geschickt, nächsten Tag wurde Geschek bestohlen u. wir blieben ohne bin nur mit 200 Rubl. Ich schick u. bitte Euch sehr – wisset ihr von l. Natan u. von den Kindern etwas? Wir wissen nichts von unserer Familie – nichts von Gesheks Familie. Rebeka u. Albin Bumi sind hier. Sidi Ber u deren Kinder sind auch hier. Resika schreibt u. hat mich an Albin Geld geschickt. Wir haben uns nicht mer zu helfen, Moriz Mohr hat Rebeka den Kindern 6 Kartoffeln geschikt haben die vor Freide geweint. Was soll ich dir sagen. Gott soll uns nur Hunger nicht sterben lassen. Geshek arbeitet u sieht wie ein Ausgegrabener ebenso wär. Was soll ich Euch sagen? Vergesset nicht u. schickt uns Essen – Essen u Seife nicht übersehen. Für sich bekommt man etwas zum Essen. Seid Ihr gesund? Werden wir uns auch sehen? Besteht Hoffnung von da herauszukommen. Dr. Teitelbaum aus Rad. ist heute nach Rad. gefahren, die sollen amerik. Einreise. Wo ist Salzia Sacher? Eine Schwester aus Danne ist hier. Schreibt sofort rekommandiert wo Chaja ist. Wird sind auch den Mittag – sei gestern Mittag aßen wir jetzt – Hirse - des ist ein Schweinefutter – aber auch das ist nicht Dr. Mus machet Ihr kundlich. Merkt Euch Moghilau; hier stark demolierte Stadt. Leileki – teuere Leileki u. teurer Natan – helfet uns – wir sollen leben bleiben. Auch Medikamente gar – was Ihr könnt – gebet was Ihr habt. Die Kinder bitten Kartoffel – wo nehmen? Viel- leicht hilft uns Gott, einen raschen Frieden – der auch uns in unser Radautz zurückbringt. Gott ist groß u. ich versuche nicht zu verzweifeln. Kinder – Chaja, Schmule – ihr alle alle ich weine um Euch alle – Ihr Ihr seid meine Hoffnung. Schickt an Resin und sagt Lemder u Elikl [...er] soll uns hefen. Küsse Euch alle Kinderchen pap

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