Geehrter Herr Präsident!
Es sind schon 2 Monate verstrichen, daß ich mit Frau, einer alten Mutter und zwei kleinen unmündigen Kindern von meinem Heim verjagt mich hier befinde. Entblößt verarmt stehe ich da und der Hunger droht uns zu vernichten da ich bereits meine Kleider wie auch die Kleider meiner Frau gegen Lebensmittel veräußern musste. Herr Präsident ich kenne Sie als einen Menschen von Humanität und Gerechtigkeitssinn und deshalb schildere ich Ihnen meine prekäre Situation. Kann nicht einmal ein Stückchen Brot für die Kinder auftreiben (von Butter, Milch keine Rede) da alles hier horrend teuer und bald fast für Geld unerreichbar ist.
Wenn Sie mir mittels jedwelcher Gelegenheit ein wenig Kukuruzmehl oder Lebensmittel jedwelcher Art schicken könnten wurden Sie die größte Wohltat im Leben begangen haben. Herr Präsident ich bitte Sie gef. die paar tausend Lei in total 25000 wie auch beide Mäntel beide Anzüge, die weiße Hose und 2 Hüte dem Überbringer zu übergeben, damit ich wiederum was anzuziehen habe und die restlich an Sachen, Kleider gegen Lebensmittel eintauschen kann, damit ich nicht hungers mit meiner Familie sterbe. Vorhang und Draperie bitte behalten und gesund benutzen, darauf ich kein Anrecht mehr erheben werde. Ich bitte Sie Herr Präsident mich nicht zu vergessen und haben Sie mit mir und meiner Familie Mitleid. Der Herr Glückstern wie auch Herr Brucker befinden sich hier in
Moghilau. Haben Sie Erbarmen und verlassen Sie mich nicht. Ich bin in einem zerrissenen Anzug geblieben da ich fast alle Kleider wie auch meine Wäsche gegen Brot tauschen musste. Verbleiben Sie von mir, meiner Familie zahl herzlichst gegrüßt
Leib Dawid
unerreichbar ist
Onor Dnulin Presidente
Geosan
Radauti