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F-1061, inventar 1, dosar 1, 63 - de

Scan eines Briefes aus Transnistrien in die Bukowina, den Dr. Albert Twers mitgebracht hat

Meine Lieben!
Ich nutze die erste Gelegenheit, Euch einige Zeilen zu schreiben. Es geht uns nicht gut, denn wir haben viele Schwierigkeiten mit der Kommunikation. Auf der anderen Seite ist uns noch ein großes Unglück widerfahren. Marghit ist an einer Magenvergiftung gestorben. Wir hatten keine Möglichkeit Medikamente zu kaufen, es gibt hier jetzt keine. Ihr könnt euch vorstellen wie unglücklich und zerschlagen wir sind. Es sind jetzt fünf Wochen her, seit Margit nicht mehr ist. Unsere Augen sind seit damals noch nicht trocken. Ich hoffe, es geht Euch gut und Ihr seid gesund. Ist Madam Ştefanescu noch in Rădăuţi? Jetzt komme ich mit einer großen Bitte. Wenn es möglich ist, schickt uns etwas zu Essen. Es ist für mich bitter genug, dass ich Euch damit belästigen muss, aber es geht für uns nicht mehr. Selbst für ein gutes Brot würde ich Euch noch von Herzen danken. Bitte seien Sie uns nicht böse, aber wir haben keinen anderen so guten Freund, wie Sie in R[ădăuţi]. Wenn möglich, [schicken Sie uns] auch einige Stück Seife. Pufi lebt noch.

Scan eines Briefes aus Transnistrien in die Bukowina, den Dr. Albert Twers mitgebracht hat

Unser Wunsch ist es, dass wir dazu in der Lage sind, Coberl gesund zu erhalten, er ist unser einziger Trost und unsere einzige Hoffnung. Er sieht sehr schlecht aus, von uns sprechen wir erst gar nicht, mich erkennt niemand mehr. Wenn es euch möglich ist, schickt uns 2 kg Zucker, 1 kg Butter, 3-4 kg Maismehl, ein bisschen Salami, ein bisschen geräucherten Speck, damit wir alles mit Brot essen können. Brot müssen wir uns sehr oft vorstellen, selbst Kartoffeln gibt es selten zu kaufen. Ich bitte auch noch um einige Gramm Salz und Pfeffer und vielleicht eine oder zwei Flaschen Essig. Mein Mann arbeitet als Zahnarzt der rumänischen Armee bei der deutschen Kommandatur. Wir sind in Moghilău. Wir küssen Sie. Ihre Familie Henig. Dr. Paul Henig, bei der deutschen Kommandatur Moghilău, str. Adolf Hitler 19, Transnistria. Es kann sein, dass ein Deutscher kommt, um alles abzuholen. Aber ich bitte Sie trotzdem, eine Möglichkeit zu suchen, uns etwas zu schicken.

Ştefanescu bei Popadiuc
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